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Various
Artists |
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| Land
Of The Kantrie Giants - a collection of home-made songs & recordings |
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| CD
(2000) xxs 010/Indigo CD 9563-2 |
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| Hören! | ||||
| Deutschen
Country gibt es nicht" hieß Ende der Neunziger Jahre das
Motto einer Anzeige. Die mit aller damals zur Verfügung stehender
Definitionsmacht beworbende Platte war das Debüt von Fink. Und Fink
spielten Country mit deutschen Texten. Ein Abgrenzungsmanöver
schien nötig, hieß es doch mit dieser Musik gegen alle
musikalischen Wahrheiten zu verstoßen. Eine davon lautete: Country
mit deutschen Texten ist Schlager mit Cowboyhut. Dem war plötzlich
nicht mehr so, und die andere Hamburger Band, deren wilder Westen seit
Cowboy-Urzeiten gleich hinter Maschen beginnt, sah ihren Namen durch die
ungewollte Gegenüberstellung plötzlich in der hippen
Musikpresse wieder. Drei Jahre und noch mehr Fragezeichen später
kann diese Debatte um Gut und Böse innerhalb der deutschsprachigen
Countrymusik als entschieden betrachtet werden: trügen sie welche,
Finks Hüte wären weiß. Ein anderes Paradigma scheint da
schwerer zu knacken. Es lautet weniger knapp: Hiesiger Country mit
englischen Texten taugt in seinem Bemühen um fremde Authentizität
höchstens als Stimmungskanonenfutter für alljährliche
Halloween-Parties, auf denen heimwehkranke Amis plötzlich die Musik
hören, für die sie ihre Eltern erst gehasst und später
Richtung Europa verlassen haben. File under Folklore. Die dritte
Wahrheit schließlich: Cowpunk! Bis drei zählen und dann ganz
schnell Jambalaya" spielen war in den Achtzigern bei Großstadt-Bohemes
in etwa so chic wie eine Dauerkarte des FC St. Pauli. Die Outlaw-Attitüde
passte einfach zu gut, um nicht aufgegriffen zu werden. Seitdem jedoch hat sich viel getan. Aus unserer Sicht natürlich zunächst in Hamburg, wo das nächtliche Honky tonkin'' tatsächlich schon immer für viele zum klassisch guten Ton gehörte. Selbst die Pop-Diskurswächter zitieren dann Cash, um anschließend zu Patsy Cline einsam ins Bier zu heulen. Doch längst sammelte sich auch anderswo ein munteres Kreuzüber aus Eigensinn und Zitat, Verlassen und Verlassen werden. Aus Köln kommt plötzlich Western-Swing, München meldet Morricone und Ulm und Nürnberg streiten um die Entdeckung der Langsamkeit. Bremen und Stuttgart feiern die Polka, Berlin macht auf Moanin' the Blues", derweil die Schweiz diesseits der Grenze als Hotspot countryesker Songwriterkunst gilt. Und selbst aus Braunschweig treffen wir zwei Bands, die ihre jeweils höchst eigene definition of a country style" präsentieren. Land of the Kantrie Giants" widmet sich - nach unserem längst vergriffenen Debüt-Sampler 13 Golden Kantrie Greats" - erneut den heimischen Deutungstendenzen hinsichtlich (weißer) amerikanischer Volksmusik. Denn soviel ist klar: Der Blick über den Atlantik kann höchstens getrübt, niemals aber verstellt werden. Kantrie gibt dem Koffer des Cowboys einen Namen. Der Cowboy trägt Stiefel und Hut und könnte dazwischen in einen Trainingsanzug stecken. Nashville - Nürnberg - Niendorf-Markt ... die Wege ins Kantrie-Land sind manchmal unergründlich. Wie es der Titel bereits suggeriert, ist es nicht Ziel zugeschriebene Klischees auszufüllen. Eher wird die fehlende Homogenität des Country mit der nötigen Ironie und dem gebotenen Ernst in eine Songsammlung überführt. Gerade der zweite Teil dieses Samplers zeigt, welche Transformationen unter der Vorgabe Country" hierzulande möglich sind. Sei es durch kluge Interpretation fremder Titel, kühne Eigenschöpfungen, falsche Sehnsucht oder schlichtweg grandiose Missverständnisse. Was macht ein Lied zu einem Country-Song? Keiner der vertretenden Interpreten hat sich sonderlich über die Anfrage gewundert hier vertreten zu sein. Die unterschiedlichsten Einflüsse kommen zu Tage, was zählt ist der Song und das eigene Urteil. Wenn am Ende ein guter Pop-Song dabei herauskommt - umso besser. Tracklist: 1. Fink - Du kennst mich nicht (2:29) 2. COW - The truth, the whole truth and nothing but the truth... (2:30) 3. The Twang! - Fight for your right to party (3:42) 4. Gerry Lee & The Wanted Men - Bluer than bluegrass (3:03) 5. DM Bob & The Deficits - (Slide off of your) Satin sheets (2:30) 6. Hank Mc Coy - Where do we go this time (4:20) 7. Missouri - Please please please (2:53) 8. Phil Duke - Stuntman (2:28) 9. Butterscotch - Still wonder why (2:10) 10. J.B.Luis - I wish I was your headlice (3:04) 11. Multiboy - Someone always dies (Western Version) (7:25) 12. Halma - Container gesunken (4:38) 13. Tenfold Loadstar - Tracks (3:02) 14. Golem - Every doubt is an unregarded try (5:01) 15. Carnival Of Souls - Mr. Aloha (3:25) 16. Jimmy Hotspoon - Holiday in Cambodia (3:19) 17. Handschlag - Wenn Du tanzt (2:15) 18. Thee Watzloves - Mighty way (1:31) 19. Das Weeth Experience - You never see it coming (5:58) 20. 1/2 Couch - August (4:19) 21. Staub - Remeber me (3:48) |
Postpunk-Deutschland
feiert seine Auferstehung in der Country-Gegenwelt Frankfurter Rundschau ... ganz famose Compilation... 21 brandfrische Versuche zum zeitgemäß-deutschen Country-Song Rheinischer Merkur Viel Unbekanntes, viel Unveröffentlichtes... und viel Vergnügen Intro Let there be Western, verdammt noch mal. WOM-Journal Die schönste Compilation seit langem Road Tracks |
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