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Gerd
Kälberer und Thomas Zankl sind Handschlag. Eigentlich muss man
sagen "waren", denn Handschlag haben sich leider aufgelöst.
So wird aus dem Debüt "Komm an come on" das gesammelte
Werk von Handschlag.
Der Bandname der zwei Schwaben kommt jovial, wurde aber mit Bedacht gewählt.
Handharmonika und Schlagzeug treffen hier aufeinander, zunächst wie
Hände zweier Fremder, um sich zu vereinigen und mit einer
bestimmten Geste etwas Großes zu besiegeln.
Handschlag ist das Produkt einer langen Band-Geschichte, an deren
Anfang Punk und Rock'a'billy standen und an deren vorläufigem Ende
ein Duo und zwei Instrumente übrig blieben. Kälberer und Zankl
stammen beide aus Dettingen/Teck; Bodenständigkeit ist dort kein
Schimpfwort, sondern Ausdruck von Erhabenheit.
Worte würden bei Handschlg unnötig versöhnen, mitunter
ablenken von den wuchtigen Obertönen, die Kälberer wie ein
Brummen der Seele aus seinem Tastenmonster befreit. Eine Handharmonika
ist kein normales Instrument, das merkt man bald. Dieses hier lebt,
arbeitet und wehrt sich; jeder, der Handschlag mal live erleben durfte,
weiß, dass der improvisierte Kampf Mann & Melodie gegen
Maschine nur mit sehr viel Schweiß zu bestehen ist. Derweil gibt
Thomas Zankl die Geschwindigkeit vor. Als hätte sich ein
Jazz-Drummer auf eine Galeere verirrt, treibt er das Tempo voran. Mal
aufbrausend, mal gnädigt, stets konzentriert füttert er das
Monster mit kruden Beats. Drum & Hand wird so schneller als Drum &
Bass, Heuboden zum Tanzflur... das funktioniert... ohne Worte.
"Will man Musik hörbar machen, muß
es eine Offenheit in die Zukunft geben. Das Erhabene steht bei uns in
einer Spannung zur Öffentlichkeit. Punk als Grundlage für künstlerische
Popmusik war in erster Linie subversiv und dadurch erhaben. Unserer
Musik ist in erster Linie erhaben. Daß der Gesang fehlt, macht sie
subversiv."
handschlag, september 1999 |