komm an come on HANDSCHLAG
Handschlag
komm an come on
CD (2000)
xxs 008/Indigo CD 9560-2
going home
Gerd Kälberer und Thomas Zankl sind Handschlag. Eigentlich muss man sagen "waren", denn Handschlag haben sich leider aufgelöst. So wird aus dem Debüt "Komm an come on" das gesammelte Werk von Handschlag.
Der Bandname der zwei Schwaben kommt jovial, wurde aber mit Bedacht gewählt. Handharmonika und Schlagzeug treffen hier aufeinander, zunächst wie Hände zweier Fremder, um sich zu vereinigen und mit einer bestimmten Geste etwas Großes zu besiegeln.
Handschlag ist das Produkt einer langen Band-Geschichte, an deren Anfang Punk und Rock'a'billy standen und an deren vorläufigem Ende ein Duo und zwei Instrumente übrig blieben. Kälberer und Zankl stammen beide aus Dettingen/Teck; Bodenständigkeit ist dort kein Schimpfwort, sondern Ausdruck von Erhabenheit.
Worte würden bei Handschlg unnötig versöhnen, mitunter ablenken von den wuchtigen Obertönen, die Kälberer wie ein Brummen der Seele aus seinem Tastenmonster befreit. Eine Handharmonika ist kein normales Instrument, das merkt man bald. Dieses hier lebt, arbeitet und wehrt sich; jeder, der Handschlag mal live erleben durfte, weiß, dass der improvisierte Kampf Mann & Melodie gegen Maschine nur mit sehr viel Schweiß zu bestehen ist. Derweil gibt Thomas Zankl die Geschwindigkeit vor. Als hätte sich ein Jazz-Drummer auf eine Galeere verirrt, treibt er das Tempo voran. Mal aufbrausend, mal gnädigt, stets konzentriert füttert er das Monster mit kruden Beats. Drum & Hand wird so schneller als Drum & Bass, Heuboden zum Tanzflur... das funktioniert... ohne Worte.

"Will man Musik hörbar machen, muß es eine Offenheit in die Zukunft geben. Das Erhabene steht bei uns in einer Spannung zur Öffentlichkeit. Punk als Grundlage für künstlerische Popmusik war in erster Linie subversiv und dadurch erhaben. Unserer Musik ist in erster Linie erhaben. Daß der Gesang fehlt, macht sie subversiv."
handschlag, september 1999